Farbenbogen
Eine Anleitung
Eine "Farbenbogen"-Gebärden-Choreographie aus dem Stück "Es ist nicht leicht, es ist nicht leicht, es ist nicht leicht!" – zum zu Hause Selbermachen. Gesprochen von Fia Neises:
Ihr seid in einem Kreis. Entspannte Gesichter.
Ihr berührt mit der Fingerspitze von eurem Zeigefinger die Spitze von eurem Daumen.
Die anderen drei Finger sind nach oben gestreckt.
Das ist das "F" in der Gebärdensprache.
Dieses "F" hebt jetzt vor eure Brust.
Der Arm ist ausgestreckt, weit von euch entfernt.
Auch die andere Hand formt das "F".
Zeigefinger und Daumen berühren sich.
Die anderen drei Finger stehen wie ein Hahnenkamm nach oben.
Jetzt legt ihr beide Fingerspitzen aneinander, beider Hände.
Daumen und Zeigefinger der linken und Daumen und Zeigefinger der rechten Hand berühren sich jetzt.
Diesen Punkt, den ihr vorher Brust in den Raum zeichnet, zieht ihr jetzt langsam und genüsslich nach außen auf.
Es entsteht eine Linie vor der Brust.
Jetzt stell dir vor, dass du diese Linie sanft aktivierst.
Die rechte Hand steigt hoch.
Dann steigt die linke Hand hoch.
Was passiert mit der Linie zwischen euch im Raum?
Sie wabert und wabert.
Nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Und nochmal.
Dann geht eine Hand mit der F-Form vor eure Stirn, die andere vor den Bauch.
Das ist die Gebärde für "Seele".
Dann lösen sich die Hände auf.
Und all die Wut und der Schmerz, den ihr jemals gefühlt habt, sammelt ihr in offenen Krallen förmigen Händen vor eurer Kehle.
Und dort sitzt sie, vibriert. Mehr, mehr, mehr.
Die Wut überschwemmt euch und sie schießt aus euch heraus.
Wellenförmig gegen eine Kaimauer.
Eine Faust klatscht in eine offene Hand.
Die Welle fließt wieder zurück Richtung Kehle.
Und hier sammelt ihr wieder Wut, Wut, Wut.
Und die Welle bricht aus euch heraus.
Klatscht.
Und wieder zurück, kommt wieder bei euch an.
Und noch ein drittes Mal, ein letztes Mal sammelt ihr die Wut.
Und die Welle bricht aus euch heraus.
Jetzt, so groß wie noch nie zuvor, zittern eure Hände vor Wut vor eurer Kehle.
Und endlich dürfen sich dann langsam auflösen... als würdet ihr Wattebäusche massieren, öffnen sich eure Krallen, Handflächen nach außen, massieren Wattebäusche.
Das ist die Gebärde für Nebel.
Mit beiden Händen formt sich der Nebel vor eurem Gesicht.
Und von hier, plötzlich, schließt ihr alles Licht in eure beiden Hände ein.
Fäuste bilden sich und legen sich hintereinander, vor eurem Gesicht.
Stellt euch vor, ein Strohhalm könnte jetzt von eurem Mund in den Raum rein ragen und eure beiden Fäuste würden darum herum schließen.
Nun sucht der Blick etwas rechts oben im Raum,
etwas links oben im Raum,
etwas links unten
und euer Gesicht ist wieder bei den Fäusten angekommen,
der Gebärde für Nacht oder Dunkelheit.
Jetzt öffnet sich eine Hand mit der Handfläche nach unten auf der Höhe des Ellenbogens.
Du stellst dir vor, du drückst etwas mit deinem ganzen Unterarm nach unten.
Mit Spannung ist dein Arm jetzt vor dir.
Und die andere Hand, die noch in der Faust war?
Etwas passiert hinter der offenen Hand.
Es erscheint ein erster Finger, der Zeigefinger ausgestreckt nach oben.
Der Mittelfinger erscheint, der Ringfinger und der kleine Finger.
Vier Farben eines wunderschönen Farbenbogens.
Vielleicht Pink oder Lila.
Noch ne Idee?
Die Hand mit den jetzt ausgestreckten Bogenfingern stellt sich wie ein Octopus auf die Hand, die nach unten drückt.
Auf der Rückseite deiner Hand steht jetzt die Hand mit den ausgestreckten Fingern und zieht einen Farbenbogen auf in den Raum.
Ein schöner Bogen von der Hand hoch über deinen Kopf, streckt er sich ganz nach rechts und landet unten an der Hüfte. Dein Gesicht, deine Nase folgt dieser Bewegung bis zur Hüfte.
Du lässt los.
Aber deine Nase erinnert sich an diesen Weg und wandert ihn wieder zurück.
Landet oben hochgeschreckt über dir.
Und vor dir kommt sie zur Ruhe.
Du kannst die Hände jetzt auf deine Brust legen.
Und lächeln.